„Web 2.0“: Neue Geschäftsmodelle gesucht
Einen interessanten Debattenbeitrag zu dem Thema, das schon auf der vergangenen AKEP-Tagung z. T. kontrovers diskutiert wurde, ist im Börsenblatt Online zu finden: Wie können Verlage an den gemeinschaftlichen Internetmodellen (Wikis, Blogs, Kontaktnetzwerke u. ä.) partizipieren und von ihnen profitieren? Wulf D. v. Lucius beschreibt den Grundkonflikt: Verlage (insbesondere Sach- und Fachbuchverlage) verkaufen gesammeltes und geprüftes Wissen, wofür der Kunde bezahlt. Dieses Modell wird von den sogenannten Community-Modellen im Internet, die aus der gemeinsamen Mitarbeit Vieler entstehen, die gleichzeitig Produzenten und Nutzer sind, allmählich ausgehöhlt. Das Verhältnis Wikipedia versus Lexikonverlage ist nur ein besonders augenfälliges Beispiel für diesen Prozess. Gefragt sind also neue Geschäftsmodelle. Erfolgreiche Community-Websites stellen eine Plattform bereit, auf der sich Nutzer darstellen, einbringen und vernetzen können. Finanziert werden diese Modelle durch Werbung, bzw. durch die Vermarktung der eingestellten Inhalte und Nutzerdaten. Insbesondere große Konzerne, die verschiedene Plattformen bereitstellen – von Google über Murdoch bis Holtzbrinck – können durch die Kombination der gewonnen Daten detallierte Nutzerprofile erstellen, die für kommerzielle Zwecke eingesetzt werden können. Modelle, wie Verlage von dieser Entwicklung profitieren können, stecken noch in den Kinderschuhen – Patentrezepte sind wohl auch nicht so schnell zu erwarten.
Aktualisiert am 2. März 2010















