Online lesen erlaubt?


Unter der Überschrift „Online lesen erlaubt” meldet Spiegel Online den Einstieg der amerikanischen Großverlage Random House und Harper Collins in die Digitalisierung ihrer Buchtitel. Beide Verlage bieten einen „Blick ins Buch“ auf ihren eigenen Webseiten an, wie man es bisher bereits von amazon kennt. Dabei kann man einige Seiten online durchblättern und Kapitel anlesen und sich so einen Eindruck von dem Titel verschaffen.

Bei Random House (hat man den die nötige Software heruntergeladen und installiert) kann man sich in dem von mir gewählten Titel „Ten Days in the Hill“ von Jane Smiley 32 Seiten ansehen. Zusätzlich gibt es eine Volltextsuche, mit der in dem präsentierten Ausschnitt des Titels nach bestimmten Wörtern gesucht werden kann. So kann man z. B. feststellen, dass das Wort ‚love‘ in dem von mir zufällig ausgewählten Beispiel alleine auf den dargestellten 32 Seiten (incl. Titelei, Impressum, Inhalt etc.) 67 mal auftaucht. Sehr nützlich ist die Möglichkeit (wenn sie denn funktionierte), diese Titel mit einem bereitgestellten Link in andere Webseiten einzubauen, die beide Verlage anbieten. Diese Werbung für die Bücher ist schließlich kostenlos. Allerdings hat das Einbinden des Random House-Links hier nicht funktioniert. Jedenfalls sehe ich nichts ;)


Anders als der Spiegel Online-Artikel suggeriert („Mutiger geht’s kaum“), kann man bei Harper Collins keineswegs alle Titel vollständig online lesen. Der Gag, einen Titel bis auf das letzte Kapitel vollständig online zu stellen, hat aber bei der Berichterstattung seinen Zweck erfüllt. Tatsächlich kann man in der Regel Titelei, Inhalt und 3 Seiten pro Kapitel lesen. Um einen Eindruck von dem Buch zu bekommen, reicht das ja auch.

Fazit: Es ist eine gute Sache, den Kunden auf der eigenen Verlagswebsite einen Blick ins Buch zu gönnen und sich damit nicht auf amazon, google und andere Projekte zu beschränken. Gut ist, dass das Buch im tatsächlichen „Look-and-Feel“ des gedruckten Buches, also im Original-Layout durchgeblättert werden kann. Insgesamt scheint die Funktion bei Random House ausgereifter, allerdings funktionierte das Einbinden nicht und sie benötigt das Programm Adobe Digital Edition, das zuerst auf dem Rechner installiert werden muss.

Aktualisiert am 25. April 2007